11 Nachwuchstalente, ein Gummibärchenpokal und jede Menge Volltreffer.

Wenn elf Kinder freiwillig einen Tag im Schützenheim verbringen, kann das eigentlich nur zwei Gründe haben: Entweder es gibt Freibier (gab es natürlich nicht!) oder die Jung- und Altschützen Oberndorf haben wieder zum Ferienprogramm eingeladen. Tatsächlich war Letzteres der Fall – und eines kann man sagen: Die Entscheidung hat keiner bereut.

Zum Start nahm unser 2. Vorstand Chris Vinke die jungen Gäste mit auf eine Reise durch unser Schützenheim. Dabei erfuhren die Kinder einiges über unsere Geschichte, unsere Traditionen und warum Schützen eben weit mehr sind als Menschen, die nur Löcher in Scheiben machen. Dass manche Pokale und Schützenscheiben älter sind als einige Betreuer, sorgte dabei für das ein oder andere Schmunzeln.

Nach der Theorie wurde es ernst – zumindest fast. Stefan Losert erklärte das Sportgerät Luftgewehr und machte unmissverständlich klar: Sicherheit steht bei uns an erster Stelle. Erst wenn alle Regeln sitzen, fliegt die erste Diabolo-Kugel Richtung Scheibe. Oder zumindest in deren Nähe.

Wie das Ganze richtig funktioniert, demonstrierte anschließend Simon Langer. Besonders schön: Simon war beim letzten Mal selbst noch Teilnehmer unseres Ferienprogramms und ist inzwischen fester Bestandteil unserer Jungschützen, der sich auch schon auf den Bayerischen Meisterschaften auf der Olympiaschießanlage München-Hochbrück beweisen durfte. Der beste Beweis also, dass unser Ferienprogramm tatsächlich nachhaltiger wirkt als so mancher Neujahrsvorsatz.

Dann hieß es endlich: Feuer frei… natürlich nur mit Druckluft! Unter den wachsamen Augen der Betreuer durften die Kinder selbst ans Luftgewehr. Anfangs landeten manche Schüsse noch eher in der Kategorie „kreative Streukreise“, doch mit jedem Versuch wurden die Treffer besser. Einige Talente sorgten dabei schon für hochgezogene Augenbrauen bei den erfahrenen Schützen (– hoffentlich lesen das unsere Mannschaftsschützen nicht, sonst wird’s nächstes Jahr eng mit den Stammplätzen.)

Nach dem modernen Schießstand ging es zurück zu den Wurzeln des Schießsports. Auf den Zugständen mit Papierstreifen wurde den Kindern gezeigt, wie früher geschossen wurde – ganz ohne elektronische Trefferanzeige, WLAN oder Bluetooth. Erstaunlicherweise funktionierte auch diese Technik noch tadellos.

Natürlich durfte auch unsere Glücksscheibe nicht fehlen. Hier zeigte sich einmal mehr, dass beim Schießen manchmal eben nicht nur Können, sondern auch Fortuna den Finger am Abzug hat.

Weil sich der Wettergott eindeutig als Schützenfan geoutet hatte, verlagerte sich das Geschehen anschließend nach draußen. Dort wartete das Blasrohrschießen. Was zunächst einfach aussieht, entpuppte sich schnell als echte Herausforderung. Die einen trafen die Scheibe, die anderen sorgten zumindest für frische Luft.

Währenddessen lief im Schießstand bereits der nächste Umbau. Denn nun stand eine Disziplin auf dem Programm, die jedes Kinderherz höherschlagen ließ: Luftgewehr-Darts. Nicht mit Pfeilen, sondern mit Diabolos wurde auf Dartpapierscheiben gezielt. Dass dabei plötzlich sogar Mathe Spaß machen kann, wenn man ständig Punkte zusammenzählt, hätte vorher wohl auch niemand gedacht.

Nach so viel Konzentration meldete sich schließlich der Magen deutlich lauter als jede Trefferanzeige. Zum Glück standen Fabian und Florian Fritsch bereits am Grill. Mit ihren legendären Bratwurstsemmeln sorgten sie dafür, dass sämtliche Energiespeicher wieder randvoll waren. Man munkelt sogar, dass einige Kinder beim zweiten Gang schneller waren als beim Blasrohrschießen.

Doch Ausruhen? Fehlanzeige! Ein Schießquiz rund um unseren Verein, den Schießsport und unsere Traditionen wartete bereits auf die Nachwuchsschützen. Schließlich zählt bei uns nicht nur ein ruhiges Händchen, sondern auch ein kluger Kopf.

Während die Kinder gespannt auf das Ergebnis warteten, begann für das Auswertungsteam um Markus und Fabian die wohl schwierigste Disziplin des Tages: Rechnen. Glücklicherweise wurden dabei weder Ringzahlen noch Taschenrechner beschädigt.

Bei der Siegerehrung zeigte sich schnell: Verlierer gab es an diesem Tag keine. Alle elf Teilnehmer durften stolz eine Urkunde und eine Medaille mit nach Hause nehmen.

Den größten Pokal – randvoll gefüllt mit Gummibärchen – sicherte sich jedoch der 11-jährige Mark Füger. Besonders bemerkenswert: Mark musste zu Beginn des Tages kurz gesundheitlich pausieren. Viele hätten danach vielleicht einen Gang zurückgeschaltet – Mark machte genau das Gegenteil. Er kämpfte sich eindrucksvoll zurück, sammelte Punkt um Punkt und schoss sich am Ende völlig verdient an die Spitze der Gesamtwertung. Ein echtes Comeback, wie man es sonst nur aus großen Sportfilmen kennt.

Zum krönenden Abschluss gab es für alle Kinder – und selbstverständlich auch für den Betreuerstab, der mindestens genauso tapfer durchgehalten hatte – noch ein wohlverdientes Eis. Dieses wurde mindestens genauso schnell vernichtet wie manche Zehn auf der Scheibe.

Die Jugendleitung und alle Betreuer blicken auf einen rundum gelungenen Tag zurück. Jetzt hoffen wir natürlich, viele der jungen Talente bald wiederzusehen. Denn unser Jugendtraining findet jeden Dienstag ab 18 Uhr statt. Gerade die Ferien- und Urlaubszeit bietet die ideale Gelegenheit, neue Hobbys auszuprobieren und verborgene Talente zu entdecken. Nachwuchs kann man schließlich nie genug haben.

Liebe Ferienprogramm-Teilnehmer: Wenn euch der Tag genauso viel Spaß gemacht hat wie uns, dann schaut doch einfach wieder vorbei. Werdet Teil unserer Jungschützenfamilie, erlebt viele lustige Stunden, spannende Wettkämpfe und unvergessliche Ausflüge – vielleicht steht ja schon ihr beim nächsten Mal selbst als Schießmodel vor den neuen Kindern. Wir würden uns riesig freuen! So beginnt bei den Jung- und Altschützen Oberndorf eben manche Schützenkarriere – mit einem Ferientag, einer Bratwurstsemmel und einem ersten Volltreffer.

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